Dienstag, 2. Oktober 2012

01. Oktober

Nach dem kleinen italienischen Frühstück haben wir uns erstmal einen Stadtplan besorgt und die Altstadt erkundet.
In Bari sind die Gebeine des hl. Nikolaus beigesetzt, was den Status Baris im Mittelalter als reiche Handels- und Seefahrerstadt unterstreicht. Jeder der etwas auf sich hielt, sah zu dass er die Überreste eines Heiligen eroberte und in seine Mauern brachte.
Die Altstadt ist sehr hübsch, sichtlich ärmer zwar als die reichen Städte im Norden aber auch sehr gut besucht, weil die Kirche San Nicola eben ein Wallfahrtsort sowohl für Katholiken wie auch orthodoxe Christen ist.
Nach dem Mittag machten wir uns dann auf den Weg nach Scanzano Jonico, dort hatten wir für die nächste Woche eine Ferienwohnung gebucht.

Bewusst verzichtet haben wir auf der 130 km langen Fahrt auf die Benutzung der Autostradas, tolle Straßen, vergleichbar mit unseren Autobahnen aber mautpflichtig. Wir haben bislang für die 2000 gefahrenen km fast das gleich für Maut wie fürs Tanken bezahlt. So ging es eben etwas holpriger über Strada Statales an unseren Urlaubsort. Allerdings blieb uns schon beim einfahren und dann beim erreichen der Straße in der unsere Wohnung "Xenia Residence" lag fast die Spucke weg. Es war einfach nur potthässlich, ohne Schmuck ohne Grün, Häuser die vor vielleicht 20 Jahren gebaut wurden, kein Zentrum mit Plaza und Kirche...
Wir fuhren zum Nachdenken kurz an den Strand und die Entscheidung stand dann relativ schnell fest: Hier bleiben wir nicht, aus verschiedensten Gründen. Dazu wohnen wir selbst auch zu idyllisch um an so einem Ort der uns nicht wirklich gefällt Urlaub zu machen. Für eine Nacht wäre es noch etwas anderes gewesen aber nicht für eine ganze Woche. Kurze Mail an unseren Vermieter und es ging also weitere 70 km nach Matera (dorthin hätte uns sonst ein Tagesausflug so und so geführt) mit ihren berühmten Sassis. Das sind Häuser oder Wohnungen die in den Fels gehauen sind. Ich spare mir die weiteren Erklärungen, der Link beschreibt ja alles ausführlich. Dort haben wir auch gleich ein B&B gefunden und waren regelrecht begeistert als wir dann in die Altstadt fuhren. Sachen abstellen, kurzer Schnack mit Enzo, unserem Vermieter, schnell duschen und dann gings auf zum ersten Rundgang durch die Sassis.
Pasolini und Mel Gibson haben hier jeweils ihre Jesus-Filme gedreht. Eine bessere Kulisse dafür gibt es auch in Palästina nicht, das kann ich sagen.

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